Anatomie, Funktion und Entstehung des Hufes

„Ohne Huf kein Pferd“ – So heißt eine alte Redewendung unter Schmieden und es stimmt, der Huf zählt durch seine Funktionalität zu den wichtigsten Organen des Pferdes. Ein gesunder Huf ist ein bedeutender Indikator für einen funktionierenden Stoffwechsel und somit für ein gesundes Pferd. Die Anatomie, die Funktionsweise und die Entstehung, bzw. Bildung des Hufhornes soll in diesem Artikel näher erläutert werden.

 1. Anatomie des Hufes

Außen: Huf außen

Für jeden Pferdehalter ist es sehr wichtig, die Teilbereiche des Pferdefußes zu kennen. Nur so kann im Verletzungsfall die richtige Stelle beschrieben werden. Der Huf entspricht  der dritten Zehe eines fünfzehigen Tieres, demnach also dem Mittelfinger beim Menschen. Den Übergang von Horn zu Haut bezeichnet man als Kronrand. Hinten geht dieser dann in den Ballen über. Es folgen Fessel und Fesselbeuge, welche im etwas dickeren Fesselkopf enden, dessen hinterer Teil auch Köte genannt wird. Darüber folgt schließlich das Röhrbein (vgl. Prietz, 2009) .

 

HufSkelett:

Das Skelett besteht aus Fesselbein, Kronbein, Hufbein und dem Strahlbein. Das Fesselgelenk wird vom Hauptmittelfußknochen und dem Fesselbein gebildet. Das Fesselbein bildet ebenfalls gemeinsam mit dem Kronbein das Krongelenk (vgl. Prietz, 2009).

Sehnen:

Zu den wichtigsten Sehnen im Fuß des Pferdes zählt die Kronbeinbeugesehne und die Hufbeinbeugesehne, welche für die Beugung des Hufes zuständig sind. Die Strecksehne befindet sich im vorderen Bereich.Huf innen

Von unten:

Die Hufansicht von unten wird auch Hufkapsel genannt. Sie gliedert sich auf in Strahl, Ballen, Sohle und Wand. Der Strahl beginnt am Ballen des Hufes und zieht sich durch die Mitte der Sohle. Strahl besitzt eine weiche Furche in der Mitte. Die Hornsohle bildet das feste Fundament des Hufes. Sie wird begrenzt von der weißen Linie und der Hufwand ganz außen (vgl. Prietz, 2009).

 

 

 

Haut Pferd

 

Hufhaut: Umfasst die Ober-, Leder- und Unterhaut.

Das Deckgewebe der Oberhaut ist zum Teil stoffwechselaktiv und zum anderen Teil besteht es aus totem Gewebe, welches zugleich für die Bildung von neuem Hornmaterial verantwortlich ist. Die Lederhaut besteht aus verdichtetem Bindegwebe. Die Unterhaut besteht aus straffen Bindegwebe und lagert Knorpelinseln ein, welche als kleine Stoßdämpfer fungieren. Die Unterhaut am Huf hat eine andere Funktion, als am restlichen Pferdekörper, denn Sie verhindert durch ihre straffe Struktur Faltenbildungen und schützt den Huf somit vor Quetschungen (vgl. Rau & Litzke, 2012).

 

2. Das Horn und seine Entstehung

Wie bereits angekündigt entsteht das Horn in der Oberhaut. Die Zellen enstehen im allgemeinen durch Zellteilung. Das Besondere ist, eine Zelle verbleibt an der Basalmembran, während die Zweite beim Zellnachschub nach und nach verhornt und stirbt und sich dadurch in Ihre Zellbestandteile auflöst. Aus diesem Material bildet sich nun feinste Hornhärchen, welche sich miteinander vernetzen und Hornzellbälkchen bilden. Diese Bälkchen sind nun parallel in der Hornzelle angeordnet und durch Hornzellkitt verklebt (vgl. Rau & Litzke, 2012).

3. Funktionsweise des Hufes

Hufmechanismus

Die Hufwand des Pferdes ist nicht so knochenhart wie sie aussieht. Im Gegenteil, sie ist sehr elastisch und wirkt beim Abfußen wie eine Feder. Der Huf zieht sich beim Heben des Beines zusammen und weitet sich beim Absetzen wieder. Durch diesen Mechanismus wird nicht nur das Gelenk geschont, es wird auch das Blut zurück in den Kreislauf gedrückt. Ohne diese zusätzliche Pumpkraft, würde das Herz allein den Blurkreislauf nicht bewerkstelligen können.

Das Abpumpen des Blutes kann man sehr gut in dem folgenden Video sehn:

Literaturverzeichnis

Rau, B. & L. Litzke (2012). Der Huf: Lehrbuch des Hufbeschlages. Georg Thieme Verlag

Prietz, G. (2009). Huf- und Klauenkunde mit Hufbeschlaglehre. Auerbach: Verlag wissenschaftliche Scripten.