Geschichte der Pferdenahrung

Es folgt ein kleiner Rückblick in die Geschichte des Pferdes und dessen Ernährung. Vor rund 6 Milliarden Jahren beginnt der Stammbaum des Pferdes mit einem Säugetier (Eohippus), das nicht größer als ein Fuchs war . Aus diesem entstand dann vor rund 3 Milliarden Jahren  das Wildpferd (Equus Ferus). Aus den Zahnformen der heute übrig gebliebenen Fossilien lassen sich Rückschlüsse auf die Ernährung dieser Urzeitgeschöpfe ziehen. Der Eohippus ernährte sich vorzugsweise von Laub, Früchten und Samen. Der Klimawandel auf der Erde zwang den Eohippus sich an die neuen Bedingungen seiner Umwelt anzupassen. Er entwickelte sich zum Einhufer und gewann über die Jahre hinweg stetig an Größe. Sein Gebiss passte sich an die neue Nahrung der trockenen Steppen an, so wurden die Backenzähne breiter und die Kaufläche rauer, wodurch die feinen Gräser gut gemahlen werden konnten. Auch der Verdauungstrakt des Pferdes passte sich, an die Jahreszeitlich verschiedene Nahrung an. Diesem Umstand verdankt das heutige Pferd die Fähigkeit unterschiedliche Futtermittel verdauen zu können (vgl. Meyer & Coenen, 2002, S. 1ff).

Durch die Domestizierung des Pferdes im Laufe des 2. Jahrtausends v. Chr. und dessen Nutzung als Trag- und Zugtier mussten die Menschen sich intensiver mit dessen Fütterung beschäftigen. Schnell war klar, dass der steigende Leistungsbedarf des Pferdes, durch die alleinige Ernährung durch Rauhfutter und Gras nicht abgedeckt werden konnte, so begann im 14. Jh. v. Chr. im Orient die zusätzliche Fütterung mit Getreide. Zunächst fütterte man Gerste und Weizen, später auch mit Erbsen und Wikken. Im Mittel- und Nordeuropa begann man erst Ende des 1. Jahrtausends n. Chr. die alleinige Fütterung durch Wald und Wiese zu überdenken. So setzte sich Hafer als favorisiertes Futtermittel durch, aber auch Gerste, Roffen, Pferdebohnen, Weizen und Leinkuchen (vgl. Meyer & Coenen, 2002, S. 2f).

Die erste wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Verdauungssystem des Pferdes begann Ende 19.Jh. So wurde beispielsweise aufgrund von auftretenden Skeletterkrankungen der Ca- und P-Stoffwechsel des Pferdes untersucht. Zu dieser Zeit gewann das Pferd zunehmend als Transportmittel Bedeutung, vor allem im Militär. Aus Logistikgründen begann man Futtermischungen herzustellen, die sich auch auf längeren Reisen gut transportieren liesen (vgl. Meyer & Coenen, 2002, S. 4f).

Literaturverzeichnis:

Meyer, H., & Coenen, M. (2002). Pferdefütterung (4. Auflage). Berlin: Parey Buchverlag.