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Event: Mustang Makeover – spannend, lehrreich & für den guten Zweck

Veranstaltungsdaten:

Datum: 05. und 06.August 2017

Veranstaltungsort: CHIO Aachen Gelände, Albert-Servais-Allee 50, 52070 Aachen 

Eventfläche: ca. 85.000 Quadratmeter, Deutsche Bank Stadion, Albert-Vahle-Halle, Außenreitplatz

Messebereich: ca. 5.000 Quadratmeter 

Eintrittspreise: ab 39,50 € für eine Tageskarte

Vorverkauf: In Kooperation mit Eventim Sports Tickets unter www.mustangmakeover/tickets

Zur Veranstaltung

Deutschland ist im Mustangfieber und das nicht erst seit das Buch Der letzte Mustang in diesem Jahr neu aufgelegt wurde (Zur Rezension). Es sind ihre außergewöhnlichen Eigenschaften und ihr ganz besonderer Spirit, der sie so einzigartig macht. Sie verfügen über ein besonders ausgeprägtes Sozialverhalten, sie sind überaus intelligent und dabei stets ehrlich gegenüber Menschen. Das Vertrauen dieser wunderschönen und im Herzen so freien Geschöpfe zu gewinnen, löst einfach ein unbeschreibliches Gefühl aus – so die Veranstalter Silke & Michael Strussione.

„Es ist fast wie Magie“ (Silke Strussione, Initiatorin von American Mustang Germany)

Durch ihre natürliche Lebensweise in freier Wildbahn sind sie vollkommen unverfälscht von menschlichen Einflüssen. Diese Authentizität macht sie zu exzellenten Partnern. Aufgrund ihrer Abstammung und Lebensart sind sie zäh, ausdauernd, nervenstark und im besonderem Maße robust. Mustangs eigenen sich deshalb für alle Reitweisen. Gewinnt man einmal ihr Vertrauen, so hat man einen vielseitigen Freizeitpartner fürs Leben.

Das so genannte Mustang Makeover – ist bereits seit vielen Jahren eine sehr beliebte und erfolgreiche Veranstaltung in den USA. Im August diesen Jahres kommt das Event unter der Organisation von Silke und Michael Strussione erstmals nach Deutschland.

Für das Mustang Makeover wurden 15 noch komplett rohe Mustangs, die in der freien Wildbahn Amerikas aufgewachsen sind, aus einer Auffangstationen nach Deutschland gebracht. Sie werden im Mai  mittels Losverfahren an 15 TopTrainer vergeben und in insgesamt 90 Tagen trainiert, mit dem Ziel, sie reitbar zu machen. Durch den Wettbewerb soll auf die Situation der Tiere in den USA aufmerksam gemacht werden. Zudem liegen weitere Schwerpunkte des Events in der Weitergabe von Wissen zum Thema Pferdetraining und Pferdegesundheit. Auch das Interesse zur Adoption/den Kauf eines Mustangs soll bei der Veranstaltung geweckt und über die wichtigen Fakten informiert werden.

Die unterschiedlichen Herangehensweisen der Trainer, die Trainingsergebnisse und die anschließende Versteigerung der ausgebildeten Tiere bilden den Höhepunkt. Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten für Pferdefreunde auf dem Aachener Messegelände.

Die Trainer

Unter den teilnehmendes Top Trainern sind unter anderem auch, aus der VOX-Fernsehserie „Die Pferdeprofis“ bekannt, Bernd Hackl und Sandra Schneider. Aber auch die Grand-Prix Gewinnerin und Dressurtrainerin Andrea Bethge:

„Ich kann mir vorstellen, dass das Zusammensein mit einem Mustang magisch ist. Nun darf ich es selbst erleben, aus eigener Erfahrung berichten und damit vielleicht dazu beitragen, dass der American Mustang bekannter – und beliebter – wird. Das ist die große Motivation für mich, an diesem Projekt teilzunehmen.“ (Andrea Bethge)

Die durch das Trainingskonzept Horseability bekannte Trainerin Vivian Gabor hat auch einen Mustang bekommen und will sich vor allem auf sein natürliches Lernverhalten konzentrieren. Der Monty-Roberts-Instruktor Luuk Teunissen und die Parelli Professional ****-Senior Instruktorin Silke Vallentin sind ebenfalls dabei.

„Ich bin beim MUSTANG MAKEOVER 2017 dabei, weil ich diese besondere Rasse unheimlich spannend finde. Sein Exterieur erweckt meine Aufmerksamkeit. Doch die wahre Faszination entsteht durch den Blick ins Innere. Ich möchte den ursprünglichen Mustang in seinem Wesen entdecken und herausfinden, was diese naturbelassenen Geschöpfe bestimmt. Gleichzeitig unterstütze ich den Gedanken dieses Events, das zur Bekanntmachung und zum Schutz der Mustangs beiträgt.“ (Silke Vallentin)

Weitere Trainer sind Maja Hegge, Thomas Günther, Ernst-Peter Frey, Birger Gieseke, Alexander Madl, Erich Busch, Yvonne Gutsche und Tanja RiedingerAllesamt sind große Namen in der Pferdeszene und gerade ihre unterschiedlichen Herangehensweisen machen den besonderen Reiz dieser Veranstaltung aus. Man kann nur gespannt sein, wie gut die Trainingskonzepte bei den wilden Mustang funktionieren und welcher der Trainer das Vertrauen dieser schönen Geschöpfe erlangen kann.

Fazit

Eine wirklich spannende Veranstaltung, die aufgrund der unterschiedlichen Reitweisen/Einstellungen der Trainer sowohl sehr lehrreich, als auch im höchsten Maße emotional sein wird. Der Tierschutz-Aspekt im Hintergrund ist ebenfalls sehr lobenswert und  sollte nicht außer Acht gelassen werden. So geht es hier nicht nur darum, 15 Mustangs ein neues Leben zu schenken, sondern vielmehr auch die Aufmerksamkeit auf die Tatsachen in den Reservaten zu lenken. Ein Grund mehr für mich das Mustang Makeover hier vorzustellen.

Trailer:

Buchrezension: Der letzte Mustang

Der Journalist und Autor Peter Clotten setzt sich bereits seit vielen Jahren für den Schutz der Mustangs in den USA ein. Für sein neustes Buch: Der letzte Mustang bereiste er die USA und studierte dort das Leben der Wildpferde. An seiner Seite der renommierte Fotograf Tony Stromberg . Dadurch ist das Buch auch optisch ein absolutes Highlight.


Das Buch erscheint im Großformat mit Hardcover Einband und umfasst 256 Seiten. Es ist umfassend bebildert und enthält dabei trotzdem umfangreiche Textpassagen. Ich würde es deshalb eher zu den Fachbüchern, als zu den Bildbänden zählen. Inhaltlich befasst sich das Buch mit der Geschichte der Mustangs, deren Lebensweise, die Vorstellung von den 8 größten Herden in den USA, der Debatte um die Zukunft der Wildpferde, sowie mit den Organisationen, die sich dem Schutz der Tiere verschrieben haben. Aufgrund der ausführlichen Beschreibungen der natürlichen Lebensweise und der Herdenstrukturen liefert das Buch auch jede Menge Fachinformationen, die nicht nur für Mustangfans wertvoll sind.

1) Geschichte der Mustangs

Die ersten Pferde wurden nach den Überlieferungen mit Christoph Columbus im 15 Jh. nach Amerika gebracht. Der Autor beschreibt auf eine spannende und dennoch lehreiche Art und Weise, wie der scheinbar pferdeleere Kontinent zu Spielwiese für zahlreiche unterschiedliche Mustangstämme wurde.

„In Wildpferdherden kann man deshalb heute all diese Rassen wiederfinden: das spanische Pferd, den feinen Araber und den zehen Berber. Und natürlich einen Anteil fast jeder beliebigen Rasse, die im Laufe der Jahrhunderte den Weg in die Freiheit gefunden und sich einer Wildpferdeherde angeschlossen hat: entlaufene Pferde der US Kavallerie, der Farmer und Rancher, darunter Kaltblüter, Maultiere und Esel.“ (Clotten & Stromberg, 2017, S. 22)

Auch erklärt er die unterschiedliche Bedeutung der Pferde für die amerikanischen Ureinwohner und die Siedler. Vor allem die Indianer profitierten stark von den neuen Möglichkeiten zu Pferd. Egal ob für die Jagd, die Reise oder für den Krieg, die „großen Hunde“ wurden zu wichtigen Stammesmitgliedern (vgl. Clotten & Stromberg, 2017, S. 27).

Doch so schnell wie sich die Siedler auf den Ländereien ausbreiteten, so schnell wuchsen auch die wilden Mustangherden. Schnell entfachte ein Streit um wertvolles Ackerland für Vieh und Landwirtschaft, den viele große Mustangherden mit dem Leben bezahlen mussten (vgl. Clotten & Stromberg, 2017, S. 29). Ein Konflikt, der noch bis heute andauert. Noch immer gibt es regelmäßig Proteste für und gegen die Wildpferde von Amerika. Der Autor erklärt sehr ausführlich die verschiedenen Stationen und Beschlüsse dieser verzwickten Diskussion.

2) Wie Mustangs leben

Der Autor beschreibt in diesem Kapitel sehr anschaulich wie die Mustangs im Einklang mit der Natur und ihrer Umgebung leben, wie sie sich auf wechselnde und teils harte Bedingungen anpassen und wie sie innerhalb einer Herde ihr Zusammenleben gestalten. Besonders interessant ist die natürliche Balance zwischen der Erhaltung des Lebensraumes und des Überlebens in der harten und rauen Umgebung. Erneut zeigt sich hier, wie intelligent Pferde doch sind.

„Langsam grasend legen sie pro Tag eine Strecke von 40 bis 50 Kilometer zurück. In Zeiten großer Trockenheit können es auch bis zu 100 km sein.“(Clotten & Stromberg, 2017, S. 46)

Der Autor zeigt vor allem auf, wie wichtig es ist, dass die Tiere in ihrem natürlichen Umfeld in völliger Unbelassenheit leben dürfen. Menschlicher Einfluss stört die sensible Beziehung zwischen Pferd und Umwelt und schwächte damit die Überlebensfähigkeit der Tiere.

Besonders ergreifend ist die Geschichte, als der Autor einer Mustangherde beachtlich nah kam und sogar von ihr akzeptiert wurde. Die Beschreibung seines Vorgehens und die Reaktion der Pferde zeigen erneut, wie anmutig und feinfühlig diese Wesen doch sind.

3) Die Mustangherden

In liebevollem Detailreichtum beschreibt der Autor die einzelnen verbliebenen Mustangstämme. Er zeigt ihre Abstammung und ihre Besonderheiten auf, geht dabei jedoch auch auf die tragischen Schicksale in ihrem Ursprung ein. Egal ob Choctaws, Kiger, Nokotas oder Pryor-Mountains die Quintessenz ist deren Einzigartigkeit, die sich durch die Unterschiede in der Abstammung, die Lebensbedingungen in dem jeweiligen Gebiet, aber auch durch die geschichtlichen Umstände herausgebildet hat.

„Trotz aller widrigen Umstände setze sich unter den Cowboys mit der Zeit der gute Ruf der Choctaws durch. Einer der ihren, Choctaw Indianer namens Hal Brame, hatte erheblichen Anteil daran. Mit seinem Mustang „Ind’n Pony“ gewann er ein 50-Yard-Rennen nach dem anderen.“ (Clotten & Stromberg, 2017, S. 102)

4) Der letzte Mustang

In seinem letzten Kapitel zeigt der Autor die gesetzlichen Schranken der amerikanischen Wildpferde auf. Er beschreibt sehr detailliert den immer währenden Konflikt zwischen Farmern, Behörden und Tierschützern und die Konsequenzen für die unschuldigsten unter Ihnen – die Mustangs. Ohne die vehemente Arbeit der Tierschützer gäbe es heute kaum noch Raum sie. Besonders ergreifend in diesem Kapitel ist die Beschreibung des Vorgehens, bei den Treibjagden. Als Außenstehender kann man sich die Gleichgültigkeit und die Grausamkeit der Umstände kaum vorstellen:

„Die Wrangler von heute sind Profis, die ihren Job genau kennen. Trotzdem darf man sich nicht von den Bildern stolz galoppierender Mustangs bei einem Zusammentrieb täuschen lassen. Die älteren und schwächeren, die Stuten mit Fohlen, die lahmenden, das sind die, die zuletzt ankommen und von denen keine Bilder mehr veröffentlicht werden. Manche von ihnen wurden einfach zu Tode gehetzt, manche sterben kurze Zeit später.“ (Clotten & Stromberg, 2017, S. 207)

Die kühle Distanz zu den geschriebenen Worten rührt mich beim Lesen sehr. Ein jeder weiß im Grunde, wie es den Tieren dabei ergeht und dennoch wird es akzeptiert.

Der Autor schließt sein Buch mit der Vorstellung von wichtigen Organisationen, die sich dem Schutz und dem Erhalt der Mustang gewidmet haben. Ich möchte den verbliebenen Platz in dieser Rezension dafür nutzen, um die Kontaktdaten der Organisationen zu teilen.

American Wild Horse Preservation Campaign

Black Hills Wild Horse Sanctuary

International Society for the protection of Mustang and Burros

Return to Freedom – The American Wild Horse Sanctuary

The Cloud Foundation

The Mustang Center

Wild Burro Rescue

Wild Sanctuary

Fazit

Abschließend lässt sich über das Buch: Der letzte Mustang sagen, dass er viel mehr als nur ein Bildband über die schönen Wilden des Westens ist. Es ist eine wunderschöne Kombination aus atemberaubenden Fotografien, wichtigen Fakten und harten Wahrheiten. Ich muss zugeben, dass ich mich als Pferdefreund sehr angesprochen fühle. Auch wenn die Mustangs aus abstammungshistorischer Sicht nicht als „echte“ Wildpferde zählen, so haben sie den anderen doch einiges Voraus. Die unendlichen Weiten, die das Amerikanische Land mit sich bringt, die Vegetation und die klimatischen Bedingungen stellen besondere Herausforderungen an die Tiere und an das Zusammenleben mit dem Menschen. Da Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und bietet einen wunderschönen Überblick über die Thematik. Dabei ist es sehr ehrlich geschrieben und verharmlost nicht etwa die teils grausamen Fakten. Ein Muss für den informierten Pferdefreund!

 

Infos zum Buch
Originaltitel:Der letzte Mustang
Autor:Peter Clotten & Tony Stromberg
Verlag: Müller Rüschlikon Verlag
Ort: Stuttgart
Jahr:2017
ISBN: 978-3-275-02090-4