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Rezension: Der neue Longenkurs – ein Trainingsprogramm nach den Grundsätzen der Biomechanik des Pferdes von Babette Teschen

Babette Teschen

Babette Teschen

Babette Teschen gibt seit Jahren Seminare und Kurse zum Thema Longieren nach nach den Grundsätzen der Biomechanik des Pferdes, dabei fließen vor allem ihre Kenntnisse als Tierheilpraktikerin in die Trainingsmethoden mit ein. Als umfassende Lektüre zum Trainingskonzept brachte Sie 2008 den ersten “Longenkurs” als PDF Selbst-Lern-Anleitung heraus. Meiner Meinung nach revolutionierte dieser Kurs das Verständnis vom Longieren. Korrigiert mich, falls ich mich irre, aber mir war vorher keine Literatur bekannt, die auf ähnliche sanfte Weise eine so gesunde Selbsthaltung beim Pferd hervorrufen kann – und das vor allem OHNE jegliche Hilfszügel oder Gewalteinwirkungen. Das es funktioniert, bewies vor allem die Geschichte von Lisa Kittler, die ihre Angloaraberstute Pien mit diesem Kurs komplett neu ausbildete.


Im Jahr 2011 kam eine komplett überarbeitete Version, mit noch besseren Bildern, Zeichnungen und dazugehörigen Videos heraus. Ich möchte diesen Kurs im folgenden rezensieren und beziehe mich dabei auf die Version von 2011.

Bestellen kann man den Longenkurs als digitales PDF Dokument über die Internetseite von Babette Teschen und Tania Konnerth www.wege-zum-pferd.de. Zum Lesen steht es einem nun frei, ob lieber ausgedruckt, oder am PC oder etwas komfortabler über ein Tablet. Der knapp 240 Seiten schwere Longenkurs eignet sich meiner Meinung nach nicht zum eben mal durchlesen. Zumindest ab Kapitel 2, indem konkrete Übungen beschrieben werden, sollte die Lektüre, so fern man diese auch aktiv am Pferd anwenden möchte, genaustens studiert werden. Zur Unterstützung bekommt man von der Autorin zahlreiche Videos über ein Internetportal zur Verfügung gestellt. Es empfiehlt sich meiner Meinung nach, diese parallel anzuschauen, um ein genaues Gefühl für die korrekt ausgeführte Übung zu bekommen.

Kommen wir nun zum Inhalt des Longenkurses. Im ersten Kapitel führt die Autorin zunächst allgemein an das Thema Longieren heran. Sie betrachtet dabei vor allem das Problem, dass ein Pferd naturgemäß nicht im Kreis läuft und deshalb die Biegung des Pferdekörpers eine große Herausforderung in der Ausbildung darstellt. Babette Teschen zeigt nun über ausreichend Bildmaterial, wie es nicht aussehen sollte, welche Probleme aus falschem Longieren entstehen und was es mithilfe des Longenkurses zu erarbeiten gilt. Es folgt ein Exkurs über das gute Laufen beim Pferd. Die Autorin lässt hierbei fundiertes Wissen über Anatomie, Physiologie und Biomechanik des Pferdes mit einfließen. Ziel ist, den Leser zu schulen, damit dieser erkennen kann, wann sein Pferd überhaupt gut läuft und was er damit tatsächlich bewirkt. Zudem wird auch schnell deutlich, wozu schlechtes Laufen führt und welche gesundheitlichen Schäden dadurch entstehen. Bereits in diesem Kapitel sollte der Leser die Bilder mit viel Aufmerksamkeit betrachten. Hierbei haben Tablet-Leser einen Vorteil durch die Zoom-Funktion. Der geschulte Blick, so viel kann ich aus eigener Erfahrung sagen, ist bei der Umsetzung des Kurses sehr wichtig. Es werden Begriffe erläutert wie natürliche Schiefe, hohle Seite, Händigkeit und Scherkraft und anschließend deren Bedeutung im Hinblick auf das korrekte Longieren erklärt. Am Ende des Kapitels hat man eine konkrete Vorstellung, davon, wie es richtig aussehen muss. Allerdings merkt man auch schnell, dass dieses Ziel nicht von heute auf Morgen zu erreichen ist. Zudem bekommt man auch ein Gespür dafür, wie schwer das geforderte dem Pferd eigentlich fällt.

Der eigentliche Kurs beginnt nun im Kapitel 2, dem Praxisteil des Longierens. Zu Beginn erläutert Babette Teschen die richtige Ausrüstung und die notwendige Beschaffenheit eines guten Arbeitsplatzes. Sehr detailliert geht sie auf das Thema Kappzaum ein. Ein vernünftiger Kappzaum, der vor allem gut und fest sitzt ist existentiell für die weitere Arbeit. Denn nur so kann die gezielte Einwirkung über die Longe erfolgen. Die Autorin erklärt an dieser Stelle auch die richtige Verschnallung und zeigt auf zahlreichen Abbildungen, wie ein guter Kappzaum zu sitzen hat. Ebenfalls werden Negativbeispiele mit ungeeigneten Ausrüstungsgegenständen, wie dem Stallhalfter gezeigt und erläutert. Anschließend lernt der Leser noch die korrekte Haltung der Longe, sowie die Anwendung der Peitsche. Auch die Zuhilfenahme von Dualgassen, nach Geitner oder dem Körperband nach Tellington-Jones werden kurz angeschnitten. Komplett abgelehnt wird die Verwendung von jeglichen Hilfszügeln. Babette Teschen argumentiert hierbei ausführlich, dass durch eine erzwungene Haltung, keine Selbsthaltung des Pferdes zustande kommt. Zudem fällt ein Pferd, dass seinen Kopf wie gewünscht absenken möchte, schnell hinter die Senkrechte. Diese Argumente werden durch bebilderte Beispiele umfassend belegt.

Es folgt ein besonders wichtiger Abschnitt, die richtige Hilfengebung beim Longieren. Intensiv wird die notwendige Körpersprache, der Einsatz der Stimme, der Peitsche und die Signale über die Longe erklärt. Zahlreiche Bilder mit eingezeichneten Pfeilen sollen beim Verständnis helfen. Das Schwierige hierbei ist, sich immer wieder selbst zu kontrollieren. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass sich eine zweite Person bei der Arbeit schnell bezahlt macht, denn man kann sich unmöglich auf so viele Punkte gleichzeitig konzentrieren. Ich kann auch in diesem Abschnitt nur empfehlen die Bilder zu studieren und sich die richtigen Positionen zu merken. Ein Unterschied zu anderen Lehren des Longierens stellt vor allem die Position auf Höhe des Pferdekopfes dar, aber auch die Hilfengebung mit der Peitsche ist wesentlich komplexer, als ich es von herkömmlichen Lehren kenne.

Nun geht es los, die ersten Übungen werden erläutert. Babette Teschen beginnt mit dem Führen in Stellung (FiS). Eine Lektion, deren eigentlicher Schwierigkeitsgrad erst beim eignen Ausprobieren deutlich wird. Durch diese Übung soll das Pferd schonend an die geforderte Selbsthaltung herangeführt werden. Es folgt das Übertretenlassen der Hinterhand, das langsame Antraben auf engen Kreisen und später dann Schrittweise das Führen auf Entfernung. Kurz gesagt, die Autorin baut das Fundament der eigentlichen Longenarbeit auf. Es ist nun am Leser sich diese Basisübungen zu erarbeiten. Es helfen dabei zahlreiche Bilder und Videos im dazugehörigen Onlineportal.

Im letzten Abschnitt des Kapitels erklärt die Autorin die Basisarbeit an der Longe. Der wichtige Übergang vom Führen in Stellung zum Longieren in Stellung bringt eine neue Herausforderung für das Pferd-Mensch-Gespann. Babette Teschen erläutert die Arbeit gewohnt detailliert mit vielen Bildern zur Illustration. Sie geht auch auf eventuelle Schwierigkeiten ein und bietet Lösungsansätze. Auch die Galopparbeit kommt nun dazu. Es wird umfassend die Dehnungshaltung, aber auch die Versammlung an der Longe erklärt und schnell wird klar, wie Komplex das beschriebene System des Longierens eigentlich ist und wie umfassend das Pferd dadurch bewegt, gymnastiziert und trainiert wird.

Arbeit nach dem Longenkurs

Arbeit nach dem Longenkurs

Im letzten Kapitel, liebevoll das Longengymnasium genannt, wird die Arbeit nun abwechslungsreich und kreativ verfeinert. Das Pferd lernt unter anderem das Anhalten an der Longe, den Appell, das Rückwärtsrichten, aber auch Handwechsel, Volten und Schulterherein. Durch eine lebendige Longeneinheit, so Babette Teschen, bleibt das Pferd aktiv dabei, achtet mehr auf den Menschen und lässt sich besser zum Lernen motivieren. Auch in diesem Kapitel warten zahlreiche Bilder und Erklärungen, aber auch mögliche Probleme und deren Lösungen. Am Ende des Kapitels werden noch die speziellen Fälle behandelt. Speziell meint hierbei, ältere oder kranke Pferde, aber auch Gangpferde, die durch ihren Bewegungsapparat rassespezifisch trainiert werden sollten. Der wichtigste Hinweis kommt gleich zu Beginn. Bei der Arbeit mit älteren oder kranken Pferden, sollte zunächst ein Tierarzt konsultiert werden, aber prinzipiell schließt die Autorin die Arbeit nach dem Longenkurs nicht aus.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Name Kurs durchaus berechtigt ist, denn es handelt sich hierbei um ein wirklich umfassendes Werk mit geballten Informationen. Obwohl einige Abschnitte sich mit anatomischen und teils sogar wissenschaftlichen Aspekten beschäftigen, lässt sich der Longenkurs dennoch gut und verständlich lesen. Inhaltlich ist er sowohl für Anfänger, aber auch für Profis, die einem neuen Weg des Longierens offen gegenüber stehen, geeignet. Die Bilder bieten eine wichtige Grundlage zum Selbstlernen und auch das dazugehörige Onlineportal mit den Videos, und meiner Meinung nach auch die Facebookgruppe zum Fragen stellen, ergänzen den Kurs umfassend. Wer nicht gut aus Büchern und Videos lernen kann, der hat die Möglichkeit sich von Babette Teschen selbst auf einem Live-Kurs Hilfe zu holen. Mich persönlich hat der Longenkurs mehr als überzeugt. Ich habe meine Einstellung zum Longieren, aber auch die generelle Arbeit mit dem Pferd grundlegend überdacht, denn Kurs inspiriert auch stark zum Hinterfragen (Bsp. Hilfszügel). Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung, für diese meiner Meinung nach Pflichtlektüre in Sachen Longenarbeit!

Infos zum Kurs
Originaltitel:Der neue Longenkurs – Verbessert, überarbeitet und umfassend ergänzt: ein Trainingsprogramm nach den Grundsätzen der Biomechanik des Pferdes
Autor:Babette Teschen, unter Mitarbeit von Tania Konnerth und Lisa Kittler
Copyright: Babette Teschen & Tania Konnerth GbR
Erhältlich unter: www.wege-zum-pferd.de
Jahr:2011
3 Kommentare
  1. Rebecca
    Rebecca sagte:

    Eine sehr treffende und umfassende Rezension, sehr gut geschrieben =)

    Ich habe den Longenkurs schon länger und dadurch habe ich erstmals einen Plan bekommen, was ich beim Longieren erreichen möchte und auch wie. Ich hatte immer im Gefühl, dass im Kreis stehen und Pferd irgendwie rumschicken nicht richtig sein kann. Aber ich hab nie was anderer gehört und gesehen und wusste deshalb, vor allem mit meinen genau mal 11 Jahren, nicht was ich anders machen sollte. Ich glaube der Longenkurs war für mich so ziemlich das Fundament zu einem neuen Umgang und einem Umdenken im Pferdetraining, vor allem auch durch den Blog “Wege zum Pferd”.

    Ich tu mich zwar mit der Umsetzung des richtigen Longierens immer noch recht schwer, vor allem auch aus gesundheitlichen Gründen meiner Pferde und mangels Reitplatz/Halle, aber trotzdem hat sich für mich der Kurs mehr als gelohnt und mir soo viele Türen geöffnet und so sehr geholfen!

    Ich kann deine Einschätzung also nur absolut unterschreiben! =)

    LG Rebecca

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Trackbacks & Pingbacks

  1. […] folgt, wird mit dieser Übung das Heben der Schulter gelehrt. Im Longenkurs von Babette Teschen (zur Rezension), welcher als eBook erschienen ist, gibt es auch noch eine Variante, bei der ich Stangengassen […]

  2. […] unabhängig davon, wie ihr auf dem Reitplatz longiert, lasst es besser im Gelände. By the way, Babette Teschen’s Longenkurs zeigt euch eine schonende Art ohne Ausbinder sinnvoll zu […]

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